Geschichte

Poire à Botzi AOP, eine freiburger Spezialität.

Begriff: Der Begriff « Botzi » stammt aus dem welschfreiburger Patois und bedeutet Büschel oder in Trauben oder zu mehreren. Der Sortennamen auf Deutsch ist Büschelibirne.

Herkunft: Der Ursprung dieser Birnensorte ist unklar, da man nur wenige Dokumente dazu findet. In älteren Schriften wird erwähnt, dass Freiburger Söldner diese Sorte vor 300 bis 400 Jahren aus der Region von Neapel nach Hause gebracht haben. Da die Büschelibirne im Voralpenklima gut gedieh, konnte sie sich schnell verbreiten. In Zeitungsartikeln vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts wird das Vorkommen der Büschelibirne in den Kantonen Freiburg und Bern erwähnt. Die Zeitschrift « Der schweizerische Obstbauer » beurteilte im Jahr 1911 diese Sorte als eine der besten Herbstbirnen und ihr Anbau wurde empfohlen.

Nachweis der Existenz einer einzigen Art

Wenn man von der Büschelibirne spricht, hört man auf dem Land oft, dass es mehrere verschiedene Arten gibt: weisse, gelbe oder rote. 1988 erstellte die Vereinigung Fructus in Zusammenarbeit mit dem botanischen Garten (Peter Enz et al.) eine Liste der Bäume und sie sammelten Edelreiser von über hundert Bäumen der Sorte « Büschelibirne » (Petite poire à grappe) verschiedenster Herkunft aus dem Kanton Freiburg und angrenzenden Gebieten. 13 Bäume wurden ausgewählt und auf den gleichen Typ Unterlage gepfropft, um die verschiedenen Sorten vergleichen zu können. Heute kann man feststellen, dass es von der Sorte Büschelibirne nur einen einzigen Typus gibt, dessen Eigenschaften sich je nach Baumalter, Unterlagentyp, Bodeneigenschaften und Standort unterscheiden.

Entwicklung des Anbaus im Kanton Freiburg

Mit dem fortschreitenden Rückgang der traditionellen Hochstamm-Obstgärten und dem Aufkommen der intensiven Obstanlagen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, entwickelte sich der Anbau dieser Sorte im Kanton Freiburg ausschliesslich in moderner Weise. Deshalb ist diese Birne heute die bekannteste – und womöglich auch wohlschmeckendste – unseres Kantons. Die Poire à Botzi wurde ein unumgänglicher Bestandteil des Chilbi-Menus. Etwa 5 ha intensiver Anbau und ungefähr zwanzig Produzenten sind im Produktionsgebiet eingetragen. Der Freiburger Obstbauverband ist der Branchenverband für die Poire à Botzi, welche seit dem Herbst 2007 als AOC eingetragen ist.